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Aus dem Leben einer Heidjerin

Löt-Versuche mit dem Mundlötrohr

Mundlötrohr

Das ist ein Mundlötrohr. Das abgebildete Handstück ist mit einem Schlauch und einer Sicherheits- und Druckminderergarnitur an eine normale Propangasflasche angeschlossen Der zweite Schlauch hat an seinem anderen Ende ein Pusterohr, wo sich dann auch die Bezeichnung dieses Gerätes erklärt. Wenn man am Werktisch sitzt, ist das Lötrohr immer in Bereitschaft, aus der Gasdüse züngelt eine kleine Flamme, so wie eine Kerze. Erst wenn man das Gerät benutzt, kommt Dampf auf die Muschel: An der Rändelschraube dreht man die Flamme größer und durch das Pusterohr bläst man durch den zweiten Schlauch zusätzlich Luft in die Flamme, so dass dieses Gerät sich dann zu einem ernst zu nehmenden Brenner entwickelt. Mit der Luftzufuhr durch das Pusterohr lässt sich die Flamme sehr fein dosieren und regulieren, das kann für das Gelingen einer Schmucklötung kriegsentscheidend sein. ;-)

Öse an ein Stück Kupfer gelötet

Dieses ist mein erster Versuch am heimischen Werktisch. Erste Erfahrungen mit dem Löten hatte ich ja während eines eintägigen Goldschmiedekurses machen können, was auch prima klappte, aber so allein ohne qualifizierte Aufsicht ist es doch was anderes – so als wenn man als Kind das erste Mal Fahrrad ohne Stützräder fährt ;-)

Hier habe ich an ein Stück Kupfer eine Öse gelötet und (was man gerade nicht sieht) einen kleinen Blechabschnitt aufgelötet. Das Werkstück muss nach dem Löten und Abkühlen gebeizt werden. Das hatte ich mir hier gespart. Gold und Silber sehen direkt nach dem Löten übrigens ähnlich katastrophal aus, so gar nicht nach Zierde und Schmuck ;-)

Lötversuche mit Silber

Nun die Versuche mit edlem Metall: Silber. Aus einigen Sägeresten habe ich Kügelchen hergestellt. Wenn man einen kleinen Blechabschnitt lange genug mit der Flamme bearbeitet, wird das Metall flüssig und glühend und hat dann von ganz allein das Bestreben, eine Kugel zu bilden. So eine Kugel kann ich dann weiter verarbeiten, indem ich sie auf einen Ring, einen Kettenanhänger auflöte. Prima Resteverwertung also ;-)

Dann habe ich auch noch ein paar Ringe, die ich zuvor aus Silberdraht gebogen und gesägt hatte, zusammen gelötet – einige sind besser geworden, einige schlechter. Ich muss halt üben und Erfahrungen sammeln. Das Ergebnis hängt u.a. ab von der Beschaffenheit der Fuge, der Lotmenge und vom richtigen Zeitpunkt, bis das Lot fließt.

Ich werde zwar weiterhin auch noch mit unedlen Metallen (Kupfer und Messing) üben, aber das Üben mit edlem – teureren – Metall wie Silöber ist für mich auch wichtig, um den Respekt zu verlieren. Es nützt mir nichts, ewig mit Kupfer zu üben, mich sicher zu fühlen und dann voller Lampenfieber ein Stück Edelmetall zu verhunzen.

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1 Kommentar

  1. Bitte nicht den Respekt vor einem Material verlieren, sondern nur die Angst.
    :baerli:


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