30kg weniger – so ging es
Vielen Dank für Eure lieben Kommentare Glückwünsche
. Leider kann ich kein Patentrezept liefern oder eine 100% funktionierende Anleitung geben.
Wirklich schlank und rank war ich noch nie und will es auch nicht werden – zumal die Neigung zur etwas fülligeren Form bei mir in der Familie liegt. Das “Idealgewicht” nach Broca oder BMI anzustreben, wäre ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Mein Gewicht hat sich seit etwa Mitte bis Ende Juli bei 74kg eingependelt und das ist gut so. Ich habe beim Essen und Trinken ein Maß gefunden, wo ich mich wohlfühle und nicht das Gefühl des großen Verzichts habe.
Ich habe keine Diät gemacht – und mache auch immer noch keine. Es ist eine Lebensumstellung in vielen Bereichen, die teilweise schicksalhaft war und teilweise von mir gewollt ist.
Zu “gewollt”: Ich habe mich daran erinnert, wie ich als Kind und Jugendliche früher zuhause gelebt habe, denn zu der Zeit hatte ich keine erwähnenswerten Gewichtsprobleme. Es gab damals zum Beispiel so gut wie kein Fast Food (dazu zähle ich auch sämtliche Fertiggerichte in den Supermärkten und nicht nur Döner und Burger), statt dessen selbst gekochtes Essen mit moderaten Fleischportionen und Gemüse aus dem Garten. Insbesondere war das Angebot an Lebensmitteln deutlich weniger umfangreich als heute, auch an solchen Dingen wie fertig gerührten Joghurt gab es nur eine begrenzte Auswahl. Oder diese scheinbar unendliche Vielfalt an Käse-und Wursttheke. Der Speiseplan früher war trotzdem abwechslungsreich: Es gab Fleisch, Fisch – und wenigstens einmal in der Woche auch “nur” Suppe oder Pfannkuchen. Nun ist es allerdings nicht so, dass wir als Kinder absolut spartanisch gelebt haben, genascht wurde auch: Einmal in der Woche, wenn Männel-Tag war. Klar war ich als Kind auch bei McDoof – aber nicht jeden Tag, sondern zwei- dreimal im Jahr.
Wenn Männel-Tag war, waren wir Kinder für “normales” Mittagessen nicht mehr allzu sehr zu haben. So mache ich es auch heute: Hin und wieder gönnen wir uns etwa einen schönen Eisbecher. Mit Sahne. Und mit Waffel, denn ohne Waffel geht gar nicht. Aber dann gibt es für mich auch kein Abendessen mehr. Und ich trinke weder Brause noch Cola, sondern mit Wasser verdünnten Saft. Purer Saft ist mir mittlerweile viel zu süß und zu intensiv. Früher hatten wir selbst eingekochte Säfte. Die musste man immer verdünnen, aber man hatte so die volle Kontrolle über den Geschmack.
Die Lebensweise jenseits der Lebensmittelindustrie finde ich sehr spannend. Ich lasse mir nicht mehr vorschreiben, was mir schmecken soll, denn ich bestimme nun selbst was mir schmeckt. Joghurt wird selbst angerührt und oft esse ich ihn einfach pur – schmeckt unwahrscheinlich gut. Ja, man kann das wieder schätzen lernen, das hätte ich auch nicht gedacht. Saucen und Marinaden lassen sich mit meistens sehr wenig Aufwand selbst herstellen – und ich habe die volle Kontrolle über Fett und Co.
Ich habe mich aus dem trügerischen Paradies “Schlaraffenland” verabschiedet. Der Abschied fällt mir nicht besonders schwer, denn ich habe viele Facetten kulinarischer Genüsse – und deren Folgen – kennen gelernt in meinem Leben. Vielleicht musste ich das auch einfach alles gehabt haben, um mich in Frieden und mit einem lachenden Auge davon verabschieden zu können. Übrigens spare im Schnitt ca. 1/3 der sonstigen Kosten beim Einkauf ein, trotz der drastischen Erhöhung der Lebensmittelpreise (Milch), die wir hatten.
Von allein kam allmählich auch wieder Freude an Bewegung auf. Spazieren Gehen und Treppen steigen ohne Knie- und Hüftschmerzen macht mehr Laune und man macht es öfter.
Und wie schon erwähnt: Magenschmerzen, Sodbrennen und sonstiges Unwohlsein der Verdauungsorgane sind seit geraumer Zeit zum Glück Geschichte
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2 Kommentare
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Leider gehen nur die wenigsten so vor und nehmen sich die Zeit Lebensmittel selbst zuzubereiten. Das ist wirklich schade.
Insbesondere wenn man beachtet, was Du ganz richtig geschrieben hast. Man spart auch noch enorm dabei und kann die eigene Nährstoffzufuhr hervorragend steuern.



Schön so etwas zu lesen! Ich habe auch angefangen die ganzen Fertig-Tüten wegzulassen, die triefen nur von Geschmacksverstärkern. Wie du habe ich festgestellt, dass diese Zubereitung etwas günstiger ist. Wer weiß was man sich bei den ganzen verdreckten Produkten(ich denke hier aktuell an die Melamin-Geschichte) so rein pfeift… In dem Sinne – weiter so!